"Spiel mit dem Feuer" von Susanne Orosz

Seit längerer Zeit habe ich mal wieder ein "mittendrin"- Buch gelesen, um nicht zu sagen: verschlungen. Es ist im August erschienen und trägt den neugierigmachenden Titel "Spiel mit dem Feuer".

Erzählt wird die Geschichte von Kyrill, der seine Heimat Moldawien verlässt und mit seiner Mutter, seiner Großmutter und seinem Onkel nach Deutschland kommt. Abgesehen davon, dass Kyrill Moldawien ohnehin nicht verlassen wollte und von Heimweh und Sehnsucht nach seinen Freunden geplagt wird, hat er keinen besonders guten Start in Deutschland.

Das liegt gar nicht mal daran, dass alles besonders schlecht laufen würde, sondern es sind lauter Kleinigkeiten, die dazu führen, dass Kyrill großen Ärger bekommt. Zum Beispiel, dass er am ersten Schultag zufällig im Weg steht, als der Klassenschläger gerade auf einen Mitschüler losgeht. Hinzu kommt, dass er gerade in einem Alter ist, in dem man sich von den Eltern lösen will. Darum vertraut er sich seiner Familie nicht an und fühlt sich sogar noch bedrängt, wenn seine Mutter nachfragt oder sich um ihn kümmert. All das führt natürlich geradewegs in einen Teufelskreis …

Wenn auch ein Schwerpunkt dieses sehr, sehr spannenden Buches auf dem Sich-Einleben in eine neue Gemeinschaft liegt, kommen auch andere Punkte nicht zu kurz: Es wird geangelt und sich verliebt, und die Kampfkunst Taekwondo spielt auch eine wichtige Rolle. Man merkt dem Buch an, dass die Verfasserin Ahnung von Kampfsport hat – und tatsächlich besitzt die Verfasserin Susanne Orosz einen schwarzen Gurt im Aikido. Außerdem scheint die gebürtige Wienerin ihre Wahlheimat Hamburg ziemlich gerne zu haben -- das verraten einige Schilderungen des Schauplatz von "Spiel mit dem Feuer".

Sehr gelungen ist die Darstellung des Umgangs mit Loyalitätskonflikten. Und die Figuren sind sehr prototypisch, ohne dabei flach zu wirken: man kennt all diese Leute, mit denen Kyrill konfrontiert wird: Den Intriganten, die nette Unbeliebte, den Aggressiven, der nichts dafür kann, die patente Oma, die hilflose Lehrerin.

Das Buch wird für Menschen ab 13 empfohlen, ist aber sicherlich auch für den ein oder andern Jüngeren geeignet. Nach oben hin gibt es altersmäßig keine Grenze. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass Leute, die sich gerade durch Kyrills Alter (er ist 14) durchgekämpft haben, erst mal nichts mehr davon hören wollen. Erst wenn das lange genug her ist, wird das Thema wieder interessant.

Für den ansprechenden Umschlag des Buches hat einmal mehr Kerstin Schürmann vom Formlabor gesorgt. Ich habe sie inzwischen kennengelernt und werde sie demnächst für den Buchblock interviewen. Darauf freue ich mich schon, denn ich weiß, dass sie einiges Spannende zu berichten hat.

Aber vorher ist noch die Buchmesse - und zwar in genau einem Monat.

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